Samstag, 12. August 2017

Tod und Verherrlichung der hl. Johanna Franziska von Chantal (6/6)


Die von 1941 bis 1952 entstandenen zwölf Glasfenster der Heimsuchungsbasilika von Annecy zeigen Lebensstationen der hl. Johanna Franziska von Chantal und des hl. Franz von Sales.

1. Fenster: Die Jugendzeit von Johanna Franziska von Chantal

2. Fenster: Johanna Franziska von Chantal als Gattin und Mutter

3. Fenster: Die Witwe in geistlicher Begleitung

4. Fenster: Frau von Chantal als Gründerin des Ordens von der Heimsuchung Mariens

5. Fenster: Die Mutter der Heimsuchung

Das sechste und letzte Fenster zeigt Johanna Franziska von Chantal als Heilige. Oben sind die Wappen von Moulins (Todesort) und der Herzogin von Montmorency, die beim Sterben der Heiligen am 13. September 1641 zugegen war, zu sehen.

Darunter ist das letzte Gespräch der Heiligen mit Franz von Sales in Lyon dargestellt. Am 12. Dezember 1622 spricht Mutter Chantal mit ihrem Seelenführer Franz von Sales auschließlich über die Belange ihres Ordens. Im Hintergrund sieht man die Kathedrale Lyons, St. Jean.

Vinzenz von Paul feiert eine hl. Messe für das Seelenheil von Johanna Franziska von Chantal. In einer Vision sieht er die Seelen von Johanna und Franz wie zwei Feuerbälle in einen dritten eingehen, der die Herrlichkeit Gottes versinnbildet. Diese Vision gab ihm die Gewißheit, dass diese beiden Seelen im Himmel und keiner weiteren Gebete bedürftig sind.
Rechts von den Feuerbällen die Kirche Sacre Coeur in Moulins.

Gespräch zw. Franz v. Sales und Johanna Franziska von Chantal, unten
die Vision des hl. Vinzenz v. Paul, Heimsuchungsbasilika, Annecy

Das große Bild zeigt die Verherrlichung der Heiligen, Engeln umgeben sie. Johanna Franziska von Chantal wurde am 12. November 1751 seliggesprochen, die Heiligsprechung erfolgte am 16. Juli 1767.

Johanna Franziska von Chantal, Heimsuchungsbasilika, Annecy

Am Morgen des 12. Dezember brachte man ihr die heilige Wegzehrung. Trotz der Beklemmung in der Brust und trotz der Schwäche durch ein anhaltendes, hoches Fieber, erhob sie ihre Stimme und sagte vor dem Heiligsten Sakrament mit einer lebhaftigen und kräftigen Stimme:

Ich glaube fest, dass mein Herr Jesus Christus
im hochheiligen Sakrament des Altares gegenwärtig ist.
Ich bete Ihn darin an und anerkenne Ihn
als meinen Gott, meinen Schöpfer, meinen Retter und Erlöser,
der mich durch Sein kostbares Blut erkauft hat.
Ich gäbe von Herzen gern mein Leben für diesen Glauben,
aber ich bin dessen nicht würdig.
Ich bekenne,
dass ich mein Heil einzig von Seiner Barmherzigkeit erwarte.



Ma Mere, ne voulez-vous pas aller au devant de l`Epoux qui vient?

Qui, mon pere, je m´y en vais.

(Meine Mutter, wollen Sie dem Bräutigam nicht entgegengehen, wenn er kommt?
Ja, mein Vater, ich komme.)


Kurz vor sechs Uhr (abends, am 13. Dezember) ließ man die Gemeinschaft in das Zimmer eintreten, um die Sterbegebete noch einmal zu wiederholen. Dann segnete Mutter Chantal auf Weisung des Paters de Lingendes ihn und mit ihm die Gemeinschaft und alle Töchter des Ordens: "Meine Töchter, das ist das letzte Mal, dass ich zu euch zu sprechen habe, weil es so der Wille Gottes ist. Ich empfehle euch von ganzem Herzen, große Achtung vor euren Oberinnen zu haben und in ihnen Unseren Herrn zu sehen. Seid vollkommen einig untereinander, aber in einer wahrhaftigen Einheit der Herzen."
Sie wiederholte mehrmals die Worte "aber in der Einheit der Herzen".
"Lebt in einer großen Einfachheit und bewahrt die vollkommene Unversehrtheit der Ordensregeln; auf diese Weise werdet ihr die Segnungen der göttlichen Barmherzigkeit auf euch herabziehen, die ich anflehe, sie über alle Töchter der Heimsuchung zu verbreiten."

"Alle Schwester traten an sie heran, um ihr die Hand zu küssen. Sie sah sie mit einem wahrhaft mütterlichen Blick an und sagten allen ein Wort zu ihrer Vervollkommnung ins Ohr."
Sie gab zu erkennen, dass sie ein wenig allein sein und in Ruhe gelassen zu werden wünschte. Die Schwestern zogen sich zurück. Aber bald darauf holte man sie erneut; das Ende nahte.
Mutter Chantal nahm das Kruzifix in ihre rechte Hand, in die linke die geweihte Kerze, um so ausgestattet vor ihren Vielgeliebten zu treten.
Pater de Lingendes sagte ihr, "die großen Schmerzen, die sie litt, seien Rufe, die das Kommen des Bräutigams ankündigten; er kommte, er nahe, ob sie ihm nicht entgegengehen wolle.
"Ja, mein Vater", sagte sie deutlich, "ich komme. Jesus, Jesus, Jesus!

Mit diesen drei Worten des Lebens, mit drei liebevollen Seufzern, starb sie, um das wahre Leben mit Jesus in der Glorie zu beginnen. Sie verschied in dem Augenblick, als Pater de Lingendes die Worte sprach: "Subvenite, sancti...", am 13. Dezember 1641 zwischen sechs und sieben Uhr abends im Alter von fast siebzig Jahren."

(A. Ravier, Johanna Franziska von Chantal, ihr Sterben nach dem Bericht der Mutter Chaugy, 178 ff)

Heimsuchungsbasilika, Annecy


O glaubensstarke Frau und Vorbild der Sanftmut,
du bist den Weg der Demut gegangen.
Heilige Johanna Franziska,
bitte für uns bei Gottes Sohn.



Gott,
du hast die heilige Johanna Franziska
auf den verschiedenen Wegen ihres Lebens
zu großen Taten befähigt.
Höre auf ihre Fürsprache.
Hilf jedem von uns, seine Berufung zu erkennen
und deinen Auftrag zu erfüllen,
damit wir Zeugen deines Lichtes werden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Schrein der hl. Johanna Franziska von Chantal, Heimsuchungsbasilika, Annecy

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