Sonntag, 27. Mai 2018

Dreifaltigkeitsdarstellung aus Seckau 2


Dreifaltigkeitsdarstellung mit drei Häuptern, einem Körper und zwei Händen, Abtei Seckau

In der einschiffigen, gotischen Kapelle der Seckauer Abteikirche aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts befindet sich der Dreifaltigkeits-/ Mariakrönungsaltar. Der Altar war zuerst für den Hochchor der Kanoniker bestimmt, den Propst Johannes Dürnberger 1489 im Mittelschiff der Basilika errichten ließ.

Bemerkenswert ist die Darstellung der Heiligsten Dreifaltigkeit, die die drei göttlichen Personen in Menschengestalt zeigt, wobei drei bekrönte Häupter zu sehen sind, die einem Körper entstammen. Mit zwei den drei göttlichen Personen gemeinsamen Händen vollziehen sie die Krönung Mariens, die vor der Dreifaltigkeit kniend, dem Betrachter zugewandt ist.
Die Marienfigur ist von 8 Engeln umgeben, die zum Teil aus ihrem Gewand hervorschauen. Um die Mittelgruppe zieht sich ein Doppelkreis, der Vertreter aus dem Stammbaum Christi umschließt (Adam, Noach, Abraham, Josua, Samuel). Vier alttestamentliche Könige unterhalb sowie vier Heilige, Petrus und Paulus, Johannes der Täufer und Johannes der Apostel in der Mitte des oberen Gesprenges, begleiten das zentrale Geschehen. 


Alles hast du geschaffen;
darum loben dich deine Geschöpfe; 
sie beten dich an und verherrlichen dich,
o selige Dreieinigkeit.
(2. Antiphon zur Laudes)


 Unwandelbares, ewiger Gott,
Fülle des Seins, des Lebens und der Erkenntnis,
dich bekennen wir.
(Antiphon zur Non)




Dreifaltigkeits- / Mariakrönungsaltar, Abtei Seckau

Dreifaltigkeitsdarstellung aus Seckau 1

Gnadenstuhl in der Chorkapelle mit den Symbolen der Evangelisten (1908) von Martin Matousch


"Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hingab, 
damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht,
sondern das ewige Leben hat.
Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet,
sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird." (Joh 3, 16 f).


Abtei Seckau

Dich Gott Vater,
ohne Ursprung und End`,

Dich Sohn, 
der liebend den Vater erkennt,

Dich Heiligen Geist, der aus beiden entbrennt,

Dich Eine hohe Dreifaltigkeit:
preisen die Engel voll Seligkeit,
feiert auf Erden die Christenheit
jetzt und allezeit. 
Amen.

Dich Gott Vater,
allgewaltig an Macht,

Dich Sohn,
der ewiges Heil uns gebracht,

Dich Heiligen Geist,
der die Herzen entfacht,

Dich eine hohe Dreifaltigkeit:
preisen die Engel voll Seligkeit,
feiert auf Erden die Christenheit
jetzt und allezeit.
Amen.

Seckau

Samstag, 26. Mai 2018

Philipp Neri über die Demut

Philipp Neri, Our Lady and the English Martyrs Church,
Cambridge

Er sagte auch, dass um zur Vollkommenheit des geistlichen Lebens zu gelangen und vollkommen die Gabe der Demut zu gewinnen, vier Dinge notwendig seien:

Die Welt verachten,
niemanden verachten,
sich selbst verachten,
verachten, verachtet zu werden.

(Philipp Neri, Schriften und Maximen, 237)

Freitag, 25. Mai 2018

Die Macht des Wortes Gottes - Beda der Ehrwürdige

Beda Venerabilis, Westminster Cathedral, London

Leben des hl. Beda Venerabilis

Die Macht des Wortes Gottes - besser als in theologischen Erörterungen kommt sie in einer Legende über den englischen Priestermönch Beda Venerabilis (7. Jahrhundert) zum Ausdruck. Sie ist in der "Legenda aurea" des Jakobus Voragine überliefert und erzählt die Geschichte zu Bedas Beinamen "ehrwürdig" (venerabilis).
Im Alter sei er erblindet und musste darum von einem Führer durch Dörfer und Städte geleitet werden, um dort zu predigen. Einmal kamen sie durch ein Tal mit vielen Steinen. Um sich mit ihm einen Spaß zu erlauben, sagte ihm der Führer, hier sei eine große Volksmenge, die andächtig auf seine Worte lauschte. Da predigte Beda Venerabilis den Steinen, so leidenschaftlich wie noch nie zuvor. Doch dann, am Ende der Predigt, auf sein "in Ewigkeit" hin, als der Führer an sich halten musste, um nicht in Lachen auszubrechen, da wurde von den Steinen ein "Amen" gesungen "und gingn einem durch Mark und Bein".
Andere Sagen, daß ihm die Engel hätten geantwortet "Du hast wohl gesprochen, ehrwürdiger Vater.""
(A. Wollbold, Predigen, 55)

Donnerstag, 24. Mai 2018

Maria, Hilfe der Christen (Turin) - Gebetstag für China

Hochaltarbild Maria-Hilf-Basilika, Turin


Das Gemälde des Hauptaltars wurde von Don Bosco ausgedacht, der mit dem Maler Lorenzone so von ihm gesprochen hat, als habe er das Szenarium wirklich vor Augen:
„In der Höhe die heilige MutterMaria umgeben von den Chören der Engel: dann die Chöre der Propheten, der Jungfrauen, der Bekenner. Auf der Erde die Zeichen der großen Siege von Maria und die Völker der Welt, die dabei sind, die Hände ihr entgegenzustrecken, indem sie um Hilfe bitten”.
 
Der Maler machte den Einwand, dass man, um ein Gemälde dieser Art malen zu können, einen ganzen Stadtplatz bräuchte, um alles unter zu bringen und eine Kirche, so groß wie die Piazza Castello. Don Bosco fügte sich darein, sein Projekt etwas kleiner zu sehen.
Der Künstler Lorenzone mietete den höchsten Saal im Palazzo Madama und machte sich ans Werk. Nach drei Jahren Arbeit wurde das große Gemälde an seinen Bestimmungsort gebracht.

Don Bosco beschrieb es so:
„Die Jungfrau tritt aus einem Meer von Licht und Erhabenheit hervor. Sie ist umgeben von einer Schar von Engeln, die ihr wie ihrer Königin Ehrerbietung erweisen. In ihrer Rechten hält sie das Zepter, welches das Zeichen ihrer Macht ist, mit ihrer Linken hält sie den kleinen Jesus-Knaben, der die Arme ausgebreitet hat und so allen seine Gnade und seine Barmherzigkeit anbietet, der sich hilfesuchend an seine Mutter wendet. Drumherum und unterhalb befinden sich die heiligen Apostel und Evangelisten.
Sie sind gleichsam von einer angenehmen Ekstase berührt, gleichsam als ob sie ausriefen: Königin der Apostel, bitte für uns. Sie betrachten betroffen die heilige Jungfrau.
Im unteren Teil des Gemäldes ist die Stadt Turin dargestellt, im Vordergrund mit dem Heiligtum von Valdocco und mit der Superga im Hintergrund. Was den größeren Wert in dem Bild ausmacht, ist die religiöse Idee, die im Betrachter einen frommen Eindruck erwecken soll”.

Gemäß der von Don Bosco gemachten Beschreibung ist das Bild eine eindrucksvolle Darstellung des Titels „Maria, Mutter der Kirche”. Es ist ein großes Blatt marianischer Katechese. Maria als Mutter des Sohnes Gottes, ist die Königin des Himmels und der Erde: die ganze Kirche, repräsentiert von den Aposteln und Heiligen, ruft sie als Mutter und mächtige Helferin an.

Maria, Hilfe der Christen, umgeben von Engeln und den Aposteln und Evangelisten,
Maria-Hilf-Basilika, Turín


Maria Hilfe der Christen (lat. Auxilium Christianorum, kurz auch Mariahilf) ist eine Anrufung aus der Lauretanischen Litanei. Sie wurde dort 1571 durch Papst Pius V. eingefügt zum Dank für den Sieg der Christen über die Türken bei Lepanto.[1]
Insbesondere in China (U.L.F. von Sheshan) hat sich ein besonderes Fest am 24. Mai entwickelt. Der Sheshan, ein Berg bei Shanghai, beherbergt ein Marienheiligtum zur Helferin der Christen. Diese Anrufung wurde in Europa aber bereits nach dem Sieg über die Türken vor Wien 1683 populär (vgl. Mariä Namen); Papst Pius VII. legte das Fest 1814 auf den 24. Mai, den Tag seiner Rückkehr aus napoleonischer Gefangenschaft, zur klareren Unterscheidung vom Namensfest bzw. dem Gedächtnis der Schmerzen Mariens (15. September).
(kathpedia)

2007 hatte Papst Benedikt XVI. für den 24. Mai den weltweiten Gebetstag für die Freiheit und Einheit der Kirche in China ausgerufen:


Heilige Jungfrau Maria, Mutter des menschgewordenen Wortes Gottes und unsere Mutter,
du wirst im Heiligtum von Sheshan als „Hilfe der Christen“ verehrt,
auf dich schaut mit Andacht und Liebe die ganze Kirche in China,
zu dir kommen wir heute, um dich um deinen Schutz anzuflehen.
Richte deine Augen auf das Volk Gottes und führe es mit mütterlicher Sorge
auf den Wegen der Wahrheit und der Liebe, damit es unter allen Umständen
Sauerteig für ein harmonisches Zusammenleben aller Bürger sei.

Bereitwillig hast du in Nazareth dazu Ja gesagt,
daß der Ewige Sohn Gottes in deinem jungfräulichen Schoß Fleisch annehme
und so das Werk der Erlösung in der Geschichte beginne.
Mit großer Hingabe, bereit, deine Seele vom Schwert des Schmerzes durchdringen zu lassen,
hast du dann an diesem Werk der Erlösung mitgewirkt
bis zu jener äußersten Stunde des Kreuzes, als du auf Golgota aufrecht stehen bliebst
neben deinem Sohn, der starb, damit die Menschheit lebe

Von da an bist du auf neue Weise zur Mutter all jener geworden,
die im Glauben deinen Sohn aufnehmen
und bereit sind, ihm zu folgen und sein Kreuz auf die Schultern zu nehmen.
Mutter der Hoffnung, die du in der Dunkelheit des Karsamstags
mit unerschütterlichem Vertrauen dem Ostermorgen entgegengegangen bist,
schenke deinen Kindern die Fähigkeit, in jeder Situation,
mag sie auch noch so düster sein, die Zeichen der liebenden Gegenwart Gottes zu erkennen.

Unsere Liebe Frau von Sheshan, unterstütze den Einsatz all derer,
die in China unter den täglichen Mühen weiter glauben, hoffen und lieben,
damit sie sich nie fürchten, der Welt von Jesus und Jesus von der Welt zu erzählen.
An der Statue, die über dem Heiligtum thront, hältst du deinen Sohn hoch
und zeigst ihn der Welt mit ausgebreiteten Armen in einer Geste der Liebe.
Hilf den Katholiken, stets glaubwürdige Zeugen dieser Liebe zu sein,
indem sie mit dem Felsen Petrus vereint bleiben, auf den die Kirche gebaut ist.
Mutter von China und von Asien, bitte für uns jetzt und immerdar. Amen! 
(Papst Benedikt XVI.)

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